Produktion von Webisodes unprofitabel
Das könnte man ausdehnen, etwa durch Annahme von Werbeinseln/Mid-Rolls etc. , aber ob das hilft – dazu kommen wir gleich…
Beispiele (Youtube-Abrufe, Quelle: YouTube-Website , Stand 11/2009) :
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verschiedene bekannte Webisodes (ich bin von Produzenten bzw. Publishern “gebeten“ worden, keine Namen zu nennen)
nur in Ausnahmefällen über 10.000 Views. Dabei verweisen die Produzenten darauf, dass die Webisodes neben Youtube auch auf anderen Portalen laufen, ohne dabei Zahlen zu nennen. Ich persönlich halte es für unwahrscheinlich, dass andere Portale die 5-10fachen Views gegenüber Youtube generieren und damit meine Argumente in Frage stellen. -
Inhalte im ARD-Channel: keiner über 120.000 Views
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„frag die gurus“ Schmink-Tipps – immerhin 136.000 Views - eine tolle Ausnahme in einer Marktlücke!
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in den USA ist es nicht anders: Beverly Hills 90210 – nur wenige Episoden mit mehr als 50.000 Views in USA
Realistisch sind vielmehr regelmäßige 50.000 Views. Das entspricht Produktionskosten von 750 EUR/Episode, d.h. bei 15 min je Episode 50 EUR / Minute. Dafür ist kaum sinnvoll Content zu produzieren.
Spielfilme wie Terminator, James Bond oder Spiderman liegen bei mehr als 2 Mio EUR/Minute, der Tatort bei >10.000 EUR/Min, Serien wie GZSZ sollen bei ca. 2000 EUR/Min liegen, Kochsendungen bei immer noch 170 EUR/Min.
(http://www.htvi.de/Thread18492-Produktionskosten_Serien.aspx - schon älter, aber aus eigener Erfahrung halten sich geringere Technik-Kosten und mehr Overhead etwa die Waage. Daher stimmt es im Groben noch. Ausnahmen gibts immer, wie gesagt)
Selbst ein Qualitätsfilm, wie HOME von Yann Arthus-Bertrand (1,3 Mio in deutscher Version) hätte bei 30 Spots in 3 Werbeinselns „nur“ 280k EUR eingebracht, hat aber angeblich 20 Mio EUR gekostet.
Bei der Größenordnung der Faktoren, die zwischen realistischen und notwendigen Parametern liegen,
erübrigt sich dann auch die Debatte um Optimismus/Pessimismus. Also erst bei einer verdreifachung der Werbespots kommt man in einen „gesunden“ Bereich – und hat nach keine Promotion für das Bekanntmachen des Inhaltes gemacht.
Folge: Webisodes rechnen sich nur mit einem dummen Sponsor,
der zuviel Geld fürs Sponsoring ausgibt.
Damit besteht die Notwendigkeit der Produzenten, an die Sender zu verkaufen, weiter. Solange die Sender das toal-buy-ou-Regime aufrechterhalten (können), dominieren sie das Geschäft mit deutschen Bewegtbildinhalten. Solange werden es auch nicht-Sender-Portale (etwa ein deutscher HULU-Ableger) weiterhin schwer haben, an Qualitätscontents zu kommen.
10 Thesen zur Zukunft des Kabelfernsehens
10 Thesen zur Zukunft des Kabelgeschäftes
- Klassisches Fernsehen wird noch lange den Großteil des Home-Entertainments ausmachen,
interaktive Anwendungen und Social-Media/UserGeneraedContent bleiben Nische.
Nicht-lineare Nutzung gewinnt aber an Bedeutung. - Kabelnetzbetreiber sind von den Telcos im Triple-Play nicht durch Preiskampf zu bezwingen.
Sie werden daher den Telcos ein großes Stück Marktanteil im Breitbandmarkt abnehmen,
bevor sie an Kapazitätsgrenzen stoßen. - Kabelnetz hat am Anfang eine günstigere Invest-Struktur als Telco-Netze (Sukzessiver Ausbau im Kabel vs. Upfront-Invest beim Telco). Ab Erreichen der Kapazitätsgrenzen führt dies jedoch zu steigenden Stückkosten durch ständig neue Ergänzungs-Investitionen.
- Kabelnetzbetreiber werden ab ca. 2012 die gleichen Traffic-Probleme bekommen wie die Telcos: sehr peak-lastige Video-Verkehre in der Primetime lasten die Netze schnell aus,
insbesondere da die hohen Bandbreiten über DOCSIS im Vergleich zu VDSL je Hausanschluss und nicht je Wohneinheit gelten.
- Der aufgeschobene analoge Switch-Off bedroht die Umsätze der Kabelnetzbetreiber:
Ziel muss es sein, durch vermehrte Digitalkanäle und Double-/Triple-Play-Vermarktung an Endkunden diese Umsatzlücke zu schließen. Umsätze für Traffic-Weiterleitung von den CPEs zu den Sender-Mediatheken und VoD-Umsätze werden das kaum auffangen können.
Damit werden die Endkunden der neue Produktfokus, nicht mehr die Programmdistribution.
- Kabelnetzbetreiber haben Endkundenseitig noch eine Menge Upselling-Potenzial
Eine Gefahr ist aber die steigende Erosion der Kundenbasis (Hausanschlüsse), insbesondere durch die Substitution durch Satellit. Hybride Geschäftsmodelle (any-IP + DVB-S) können die Position der Kabelnetzbetreiber nachhaltig bedrohen.
- Wenn sich Straming-Plattformen der Sender für lineare und nicht-lineare Nutzung im Internet etablieren, dann wird der Kabelnetz-Anbieter zur austauschbaren „bitpipe-Commodity“. Kabelnetzbetreiber müssen sich daher als Plattform für TV-nahe Dienste positionieren, ohne die Sender, die mittelfristig das nationale Content-Geschäft dominieren, zu verprellen.
- Die wachsende Zahl der Sender ohne nutzerfreundliche Navigation entwertet faktisch das Angebot, da das relevant Set der genutzten Sender konstant bleibt. Die Kabelnetzbetreiber müssen den Kunden Orientierung im Dschungel der Sender anbieten um das lineare Geschäft zu schützen.
- Die Nutzung von Signalschutzoptionen im linearen TV, insbesondere das Unterdrücken von Aufzeichnungen und Ad-Skipping, treibt die Kunden in die nur schwer kontrollierbare Nutzung von alternativen Distributionswegen und von on-demand-Angeboten. Statt Signalschutz sollten die Kabelnetzbetreiber effizientere (targetierte) Werbung im linearen TV ermöglichen.
- Die kurzfristige Absicherung der analogen feed-in-Fees und die ARPU-Steigerung durch die Bepreisung des digitalen Kabels ist langfristig kontraproduktiv: sie fördert die kostenlose Vielfalt via Satellit und blockiert die notwendige Entwicklung zum TV-nahen Plattformanbieter.
Mein erster Blog-Eintrag!
Ok, nun habe ich einen Blog. Und nun?
Nun kann ich (zumindest theoretisch) meine fast alltägliche Aufregung über die Seichtigkeit manchen Mediengeschehens publizieren. Aber wird das auch jemand lesen? Werde ich mich nicht später mal darüber ärgern? Ärgern über das, was ich schreibe? Über sinnentleerte Kommentare? Über „verschenkte“ Ideen?
Mal sehen …
… demnächst in diesem Theater!
Im übrigen habe ich die MEDIARISE-Homepage aktualisiert!


