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10 Thesen zur Zukunft des Kabelfernsehens

15. April 2010

10 Thesen zur Zukunft des Kabelgeschäftes

  1. Klassisches Fernsehen wird noch lange den Großteil des Home-Entertainments ausmachen,
    interaktive Anwendungen und Social-Media/UserGeneraedContent bleiben Nische.
    Nicht-lineare Nutzung gewinnt aber an Bedeutung.
  2. Kabelnetzbetreiber sind von den Telcos im Triple-Play nicht durch Preiskampf zu bezwingen.
    Sie werden daher den Telcos ein großes Stück Marktanteil im Breitbandmarkt abnehmen,
    bevor sie an Kapazitätsgrenzen stoßen.
  3. Kabelnetz hat am Anfang eine günstigere Invest-Struktur als Telco-Netze (Sukzessiver Ausbau im Kabel vs. Upfront-Invest beim Telco). Ab Erreichen der Kapazitätsgrenzen führt dies jedoch zu steigenden Stückkosten durch ständig neue Ergänzungs-Investitionen. 
     
  4. Kabelnetzbetreiber werden ab ca. 2012 die gleichen Traffic-Probleme bekommen wie die Telcos: sehr peak-lastige Video-Verkehre in der Primetime lasten die Netze schnell aus,
    insbesondere da die hohen Bandbreiten über DOCSIS im Vergleich zu VDSL je Hausanschluss und nicht je Wohneinheit gelten.
     
  5. Der aufgeschobene analoge Switch-Off bedroht die Umsätze der Kabelnetzbetreiber:
    Ziel muss es sein, durch vermehrte Digitalkanäle und Double-/Triple-Play-Vermarktung an Endkunden diese Umsatzlücke zu schließen. Umsätze für Traffic-Weiterleitung von den CPEs zu den Sender-Mediatheken und VoD-Umsätze werden das kaum auffangen können.
    Damit werden die Endkunden der neue Produktfokus, nicht mehr die Programmdistribution.
     
  6. Kabelnetzbetreiber haben Endkundenseitig noch eine Menge Upselling-Potenzial
    Eine Gefahr ist aber die steigende Erosion der Kundenbasis (Hausanschlüsse), insbesondere durch die Substitution durch Satellit. Hybride Geschäftsmodelle (any-IP + DVB-S) können die Position der Kabelnetzbetreiber nachhaltig bedrohen.
     
  7. Wenn sich Straming-Plattformen der Sender für lineare und nicht-lineare Nutzung im Internet etablieren, dann wird der Kabelnetz-Anbieter zur austauschbaren „bitpipe-Commodity“. Kabelnetzbetreiber müssen sich daher als Plattform für TV-nahe Dienste positionieren, ohne die Sender, die mittelfristig das nationale Content-Geschäft dominieren, zu verprellen.
     
  8. Die wachsende Zahl der Sender ohne nutzerfreundliche Navigation entwertet faktisch das Angebot, da das relevant Set der genutzten Sender konstant bleibt. Die Kabelnetzbetreiber müssen den Kunden Orientierung im Dschungel der Sender anbieten um das lineare Geschäft zu schützen.
     
  9. Die Nutzung von Signalschutzoptionen im linearen TV, insbesondere das Unterdrücken von Aufzeichnungen und Ad-Skipping, treibt die Kunden in die nur schwer kontrollierbare Nutzung von alternativen Distributionswegen und von on-demand-Angeboten. Statt Signalschutz sollten die Kabelnetzbetreiber effizientere (targetierte) Werbung im linearen TV ermöglichen.
  10. Die kurzfristige Absicherung der analogen feed-in-Fees und die ARPU-Steigerung durch die Bepreisung des digitalen Kabels ist langfristig kontraproduktiv: sie fördert die kostenlose Vielfalt via Satellit und blockiert die notwendige Entwicklung zum TV-nahen Plattformanbieter.
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